Diorama
im Heimatmuseum Maxen
 
In den Wochen nach der Eröffnung des Heimatmuseums arbeitete der Zinnfigurengestalter Holger Weber aus Dresden gemeinsam mit seiner Frau intensiv an der Bemalung weiterer Figuren und der Gestaltung des Geländeprofils. Pfingsten 2002 war es dann soweit, daß die über 1100 Flachfiguren im Diorama plaziert werden konnten. Das Diorama (2,15 m x 1,2 m) zeigt die Position der Preussen und Österreicher zu Beginn der Schlacht am 20. November 1759 gegen 15:00 Uhr zwischen Maxen und Hausdorf.
 
Diorama der Schlacht bei Maxne, 1759
Diorama der Schlacht bei Maxen am 20./21.November 1759 im Heimatmuseum Maxen: Am rechten Bildrand ist Maxen angedeutet. Die Angriffsspitzen der österreichischen Infanterie sind am Fuß der von den Preussen besetzten Höhen südlich von Maxen angekommen.
 
Stellungen zu Begin der Schlacht
Stellungen der Preussen und der Östereicher zu Beginn der Schlacht am 20. November 1759 (Auszug aus Großer Generalstab, Kriege Friedrich des Großen, Teil III, Siebenjährige Krieg, Band 11: Minden und Maxen, 1913). Passend zur Ansicht im Diorama wurde die Karte um 42° nach rechts gedreht
 
Die Preussen haben die Höhen südlich von Maxen beiderseits des Hohlweges besetzt. Der General Finck rechnete am Nachmittag des 20. November 1759 nicht mehr mit einem Angriff der Österreicher. Ein Teil der preussischen Soldaten fasste gerade das Essen im Lager aus, als die Kanonade gegen 14:30 begann. (Tagebuch Musketier Dominicus). Die ersten Salven der Österreicher vom Heideberg und Dreiberge liegen zu hoch und setzten sofort viele Häuser in Maxen in Brand bzw. treffen das preussische Lager am Scheerteich. Auf Grund der Verluste durch die Kanonade nimmt der General Gersdoff eigenmächtig seine Husaren hinter Maxen zurück. Für diese Eigenmächtigkeit wird der General Gersdoff 1763 von einem Kriegsgericht verurteilt. Die Kanonade dauert ca. 30 Minuten. Der anschließende Infanterieangriff wird von den Österreichern in vier Kolonnen stürmisch vorgetragen. Ohne nennenswerte Verluste erreichen die Österreicher den Fuß der von den Preussen besetzten Höhen und befinden sich im toten Winkel für die preussischen Kanonen.
Über 80 % der Soldaten der Infanteriebataillone Grabow und Zastrow beiderseits des Hohlweges sind gepresste Sachsen (1756: Ebenheit des Lilliensteins bei Pirna) bzw. russische und österreichische Überläufer. Viele davon desertieren. Als Finck den Durchbruch der Österreicher in diesem Bereich mit einem Gegenangriff der Reiterei abwehren will, muss diese erst herangeführt werden. Der Reiterangriff bleibt in den zurückflutenden preussischen Truppen hängen. Schnell dringen die Österreicher in Maxen ein. Finck muss seine Truppen hinter Maxen zurücknehmen. Der Österreichische Generalfeldmarschall Daun lässt sofort die Kanonen auf die eroberten Höhen bringen und erhöht damit den Druck auf die Preussen. Mit einem Angriff der Kavallerie in Richtung Wittgensdorf will sich Finck etwas Luft verschaffen. Doch der Angriff läuft ins Leere. Der Versuch des Generals Finck, hinter Maxen bzw. am Scheerberg neue Verteidigungsstellungen aufzubauen scheitert.
Beim Einbruch der Dunkelheit müssen sich die Preussen bis hinter Schmorsdorf und Crotta zurückziehen. Durch den Verlust des Lagers am Scheerteich fehlen Proviant und Munition. Die kalte Winternacht demoralisiert zusätzlich die preussischen Soldaten, weitere desertieren. Nur noch etwa 7000 Mann sind am nächsten Morgen einsatzfähig. Vom bei Wilsdruff stehenden preussischen König Friedrich II. ist kein Entsatz zu erwarten. Finck entschließt sich zur Kapitulation. Nur der General Wunsch mit seiner Kavallerie, die bisher kaum in die Kampfhandlungen verwickelt war, sollte im Schutze der Nacht durchbrechen. Bei Aufnahme der Kapitulationsverhandlungen am nächsten Morgen im Gut Ploschwitz Nr. 3 hoffen die Preussen auf eine ehrenvolle Kapitulation mit freiem Abzug. Das lehnt der österreichische Generalfeldmarschall Daun ab. Wenigsten dürfen die Soldaten ihre Bagage behalten. Das sichert das Überleben vieler Soldaten auf dem Marsch in die Gefangenschaft nach Kärnten, wo sie im März 1760 ankommen.
 
Stellung der Preussen
Stellung der Preussen südlich des Dorfes Maxen
 
Aufmarsch der Österreicher von Hausdorf
Aufmarsch der Österreicher von Hausdorf in 4 Kolonnen
 
General Finck mit seinem Stab
General Finck mit seinem Stab
 
Generalfeldmarschall Daun mit seinem Stab
Generalfeldmarschall Daun mit seinem Stab
 
Kampf
Wer hier in dieser Winterschlacht verwundet wurde, hatte kaum Chancen die folgende Nacht zu überleben.
 
Reiterei Gersdorff
Dragoner Würtemberg hinter den preussischen Linien.
 
Während der halbstündigen Kanonade nimmt er selbständig seine Reiterei bis hinter Maxen zurück. Als dann die östereichische Infantie die Höhe südlich von Maxen stürmt, steht die Reiterei für einem Gegenangriff nicht zur Verfügung. Für diese Eigenmächtigkeit wird der General Gersdoff 1763 von einem Kriegsgericht verurteilt.
 
Östereichische Batterie
Trotz Neuschnee bringen die Östereicher 24-Pfünder auf die Höhen nördlich von Hausdorf
 
Der preussische General Finck hatte wegen des vielen Schnees seine 24-Pfünder in Freiberg zurückgelassen.
 
 
 
Letzte Aktualisierung: 28.01.2005
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