| Verwendung Maxener Marmor | |
| Nachdem 1720 durch Kauf der Bruch in königlichem Besitz war, durfte der Marmor nur für Aufträge aus dem Königshaus abgebaut werden. Nicht einmal die Maxener Herrschaft hatte Zugriff auf "Sachsens schönste Steine" wie Dr. Beeger 1992 schrieb. In Maxen selbst ist der Marmor im Schloß für Tischplatten und in der Kirche verwendet wurden. Nach dem Neubau von 1877/78 ist davon in der Kirche nichts mehr vorhanden. Auch eine Urne wurde früher beschrieben. Eine 1830 von Serre im Schloß eingerichtete Marmorschleiferei stellt schon nach einem halben Jahr den Betrieb ein. | |
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| Grünes Gewölbe im Erdgeschoss des Westflügels, Ansicht von 1910 | |
| Beim Ausbau des Grünen Gewölbes als königliche Schatzkammer (1723-29) im Dresdener Schloss und Umbauten im Schloss (ab 1721) unter August der Starken wird Maxener Marmor mit Marmoren anderer sächsischer Brüche verarbeitet. Meist wurden die gebrochenen Marmorblöcke erst in Dresden bzw. in der Marmormühle im Plauenschen Grund zerschnitten und poliert. Aus dem Maxener Marmor werden Türgewände, Wand- und Fußbodenplatten hergestellt. | |
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| Türdurchgang zwischen Elfenbeinzimmer/Emaillezimmer im Grünen Gewölbe aus H. Siedel, Untersuchung und Herkunft der Natursteinplatten in den Fußböden des Grünen Gewölbes im Residenzschloss Dresden, 2000 | |
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| Maxener Marmor im Durchgang Emaillezimmer, Foto: H. Siedel | Maxener Marmor im Wappenzimmer, Foto: H. Siedel |
| Auch im französischen Pavillion des Zwingers und in der Schloßkapelle Hubertusburg bei Wermsdorf (1743-51) kam Maxener Marmor zum Einsatz. In der Dresdener Hofkirche (1739-1754) war der Meßtisch, Säulen und Teile des Fußbodens aus Maxener Marmor. | |
| Spätere Arbeitsorte von
Steinmetzmeistern (Hahn, Eberhardt, Hamm, Kändler, Lutz, Heiße,
Frissen, Daniel Ebhardt) und der Architekten (Geatano Chiaveri, Giovani Maria
Fossati), die am Grünen Gewölbe mitgearbeitet haben, sollten auf die
Verwendung von Maxener Marmor überprüft werden. Mit hoher
Wahrscheinlichkeit sind Teile der Altäre (rote Säulen) in den
Schlosskirchen in Lockwitz, Pillnitz und Moritzburg aus Maxener Marmor
[Diplombeleg U. Eberhardt, M. Petzold: Kalkstein und Marmor aus Maxen:
Geologie, Abbau und Nutzung, 2003]. Bei der Ausgestaltung des katholischen Hochaltars im Dom St. Petri in Bautzen zwischen 1722 und 1724 wurde unter Mitwirkung von Giovani Maria Fossati Maxener Marmor verwendet [Schnell Kunstführer Nr. 2227: Dom St. Petri Bautzen, 2002]. Dieser Marmor soll eine Schenkung des sächsischen Königshauses an die katholische Gemeinde sein |
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| Altar der Schlosskapelle Moritzburg, Foto: Eberhardt und Petzold | |
| Mit der sinnlosen Zerstörung am 13./14. Februar 1945 gingen viele Objekte aus Maxener Marmor in Dresden unwiederbringlich verloren. Das trifft besonders auf die Dresdener Hofkirche zu. Beim Wiederaufbau der Hofkirche in den fünfziger Jahren wird als Ersatz meist Bornaer Marmor eingesetzt. | |
| Aber auch in den Räumen des Grünen Gewölbes sind Schäden vorhanden. Vom Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V. wurden Untersuchungen zu Art und Herkunft der Natursteinplatten in den Fußböden des Grünen Gewölbes im Residenzschloß Dresden durchgeführt [H. Siedel, 2000], die eine Kartierung des im Dresdener Schloß verwendeten Kalksteinplatten lieferte. In dieser Studie wird der Maxener Marmor in Zusammensetzung und Farbvielfalt als einmalig bezeichnet und direkt unter dem Begriff bunter Maxener Marmor geführt. Eine Ersatzbeschaffung auf dem internationalen Marmormarkt sei praktisch unmöglich. | |
| Im Jahre 2006 wird das Grüne Gewölbe in seinen historischen Räumen im Residenzschloss Dresden wieder eröffnet. Die Besucher werden dann über fast 300 Jahre alte sächsische Marmorplatten gehen. | |
| Letzte
Aktualisierung: 06.2.2005 email: Webmaster@Finckenfang.de |
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