| Kurfürstlicher Marmorbruch | |
| Aktuelle Veröffentlichungen der letzten Jahre beschreiben die Lage des kurfürstlichen Marmorbruches am Westhang von Maxen wie folgt [Lothar Bolze, Der Maxner Kalk, 2000, S. 11]: | |
| Diese zwei Lagerstätten waren eng verbunden, wovon der eine als Roter Bruch bezeichnet wurde und herrschaftlicher Besitz war. Weil relativ früh entstanden, trug dieser Bruch ebenso wie der an der Winterleithe in den alten Schriftstücken auch die Bezeichnung "Alter Bruch". Der zweite Bruch, unweit davon nördlich, war im Besitz des Bauern Großmann. Das hier im Tagebau gewonnene Gestein bestand hauptsächlich aus kohlesaurem Kalk von ursprünglich weißgrauer Farbe mit verschiedenen Beimengungen farbiger Substanzen und war von ziemlich guter Härte. Großmann stieß bald auf Marmor. "Es ist dies ein Marmor von hauptsächlich grauem Grundton, der Adern und Flecken in ganz lebhaft leuchtenden Farben, gelb, rot grünlich zeigt, ein Material, das hinter den berühmtesten ausländischen Marmorarten nicht zurücksteht." | |
| Naumann und Cotta verwenden schon 1845 in der "Geognostische Beschreibung von Sachsen", 5. Heft, S. 85 für die Lage des Marmorbruches die Formulierung "Das nördlichste Lager ...". Fast alle Veröffentlichungen danach übernehmen diese Formulierung (z.B. auch Credner, Erläuterungen zur Geologische Karte, 1890, 1. Ausgabe). | |
| Der nördliche der Kalkbrüche auf dem Westhang von Maxen wurde ab 1970 mit Industrieabfällen aus Freital verfüllt. 1994 wurden die letzten Arbeiten an diesem Bruch von ABM-Kräften ausgeführt. Von diesem Status "der nördliche der Brüche ist der Marmorbruch und der ist verfüllt", ging 2001 die Arbeitsgruppe Kalkofen bei der Erarbeitung der Ausstellung für das Heimatmuseum Maxen aus. | |
| Es passt nicht! Bei Recherchen fand Juliane Heinze im sächsischen Staatsarchiv Dresden eine Abschrift über den kurfürstlichen Marmorbruch von 1775. Neben dem eigentlichen Lageplan werden im Textteil die Grenzen des Bruches und der umliegenden Grundstücke ausführlich beschrieben. Trotz verschiedener Versuche gelang es nicht, den im Lageplan eingezeichneten Bruch und die zugehörigen Wege und Grundstücksgrenzen im Bereich des verfüllten Bruches auf heutige Karten zu übertragen [Lit: Juliane Heinze, Maxener Kalk- und Marmorabbau, 2004]. |
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| Überraschungen Im Rahmen einer Zwangsversteigerung erwirbt 1819 der ehemalige preußische Major Anton Friedrich Serre das Rittergut Maxen mit allem Zubehör. Insbesondere durch den Bau neuer moderner Kalköfen erlangt der Maxener Kalkbergbau eine zweite Blütezeit. Um den erhöhten Kalkbedarf für die Brennöfen zu decken, will er Kalk im kurfürstlichen Marmorbruch abbauen lassen. Letztendlich kann er den kurfürstlichen Marmorbruch 1825 für 2500 Thaler kaufen. Über diese Vorgänge gibt des im Bergarchiv Freiberg eine umfangreiche Akte, in der auch ein "Grund- und Profil-Riß über den bey Maxen gelegenen Tiefen Erbstollen" von 1819 enthalten ist (gefunden Dezember 2003). In diesem Grundriss ist der südliche Bruch der kurfürstliche Marmorbruch und der nördliche der herrschaftliche Kalkbruch. Um den Marmorbruch stimmen die Grundstücksgrenzen mit denen auf dem Plan von 1775 sehr gut überein. Die Projektion des Grundrisses in die aktuelle topographische Karte mit dem Maßstab 1:10.000 offenbart noch weitere Überraschungen:
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| Lage des herrschaftlichen Roten Bruches (verfüllt 1970-1994), des kurfürstlichen Marmorbruches (1720-1825) mit Erweiterung durch Serre nach 1820, Kalkofen von 1856 und dem Tiefen Erbstollen (vor 1819) im Nordwesten von Maxen. Bearbeitet von D. Weirauch unter Verwendung der topographischen Karte 1:25000, Blatt Kreischa. | |
| Der Tiefe Erbstollen entwässet noch heute den verfüllten Kalkbruch. Das dort austretende Wasser wird nach entsprechenden Hinweisen vom Mitgliedern des Heimatverein Maxen e.V. vom Umweltamt Dresden seit Dezember 2004 regelmäßig untersucht. | |
| Weitere Details einschließlich Kopien der historischen Karten und Dokumente zeigt die Ausstellung im Kalkofen. | |
| Letzte Aktualisierung: 06.2.2005 email: Webmaster@Finckenfang.de |
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