AG Kalkofen im Heimatverein Maxen e.V.

Der Kalkstein- und Marmorabbau und das Kalkbrennen bildeten über einen Zeitraum von rund 500 Jahren für das Rittergut Maxen und die hiesige Bevölkerung eine wichtige finanzielle Einnahmequelle - bis 1886. In den letzten 30 Jahren wurden mehrere Kalkbrüche mit Müll- und Schuttmassen verfüllt und die Untertagebrüche wurden in den 70er Jahren von der Bergsicherung Freital verschlossen (Wohlfarth’scher Bruch).

An der Winterleithe und an der Naturbühne stehen heute noch zwei alte Kalköfen (sogenannte Rumfordöfen), deren Bausubstanz immer schlechter wird. Die äußere Hülle des Kalkofens an der Winterleithe weist nur geringe Schäden auf. Innen zerfallen aber die Ziegelsteine der Feuerungsstellen zu Staub. Dieser Kalkofen diente vor zehn Jahren und wahrscheinlich bis heute als Schlafstätte für Fledermäuse. Der Kalkofen an der Naturbühne weist an der Außenhülle, besonders auf der Westseite, starke Schäden auf, die schnellstens gesichert werden sollten. Dafür sind innen die Feuerstellen und Kalkentnahmestellen in einem guten Zustand. Im Jahre 2006 wird der Kalkofen an der Naturbühne 150 Jahre alt.
Kalkofen von 1859
Kalkofen von 1856 an der Naturbühne
Als im Jahre 2001 das Heimatmuseum eröffnet wurde, haben wir erstmals von der Erhaltung des Rumfordofens an der Naturbühne geträumt. Trotz der Müglitztalflut 2002 und dem Aufbau der Naturbühne haben wir kontinuierlich an der Umsetzung dieses Zieles Traumes gearbeitet. Zu Beginn des Jahres 2004 nimmt nun der Traum reale Gestalt an:
  • Im Oktober 2001 konnten die Belange des Denkmalschutzes und die Nutzung des Kalkofens für Ausstellungen gemeinsam mit der Denkmalbehörde geklärt werden (Einbau von Türen und Fenster).
  • Aufnahme des baulichen Zustandes des Kalkofens (Bauzeichnungen).
  • Erarbeitung eines Konzeptes und Kostenanschlages für die Sanierung des Kalkofens. Dabei wurde auch die spätere Nutzung für Führungen und für Sonderausstellungen berücksichtigt.
  • Am 4. Mai 2002 wurden Bäume und Sträucher auf und um den Kalkofen entfernt. Dabei erhielten wir von der Freiwilligen Feuerwehr von Maxen und Klettersportfreunden tatkräftige Unterstützung.
  • Bei Einsätzen am 3. und 10. August 2002 wurden die Wege zum Kalkofen hergerichtet und mehrere Kubikmeter Schutt aus dem Brennschacht entfernt.
  • Am 11. August 2002, einen Tag vor der Müglitztalflut, wurde mit Hilfe eines Minibaggers das Erdreich um den Kalkofen ca. 1 m tief abgetragen.
  • Die im September 2002 beim Regierungspräsidium Dresden beantragten Fördermittel zur Sanierung des Kalkofens wurden nicht bewilligt. Wir besitzen kein Eigenkapital und unsere Eigenleistungen wurden nur beschränkt anerkannt (Juni 2003)
  • Das Grundstück mit dem Kalkofen konnte endlich im Dezember 2002 erworben werden.
  • Im Frühjahr 2003 wurden von Mitgliedern der AK drei Türen angefertigt und gemeinsam mit Herrn Volenek eingebaut. Parallel zu den Arbeiten an der Naturbühne konnte auch der Kalkofen an das Stromnetz angeschlossen werden.
  • Die ersten Ausstellungstafeln hängen an den Wänden des Brennschachtes. Vor dem Kalkofen stehen zwei Informationstafeln
  • Parallel zu den Verantstaltungen auf der Naturbühne wurden Führungen um und im Kalkofen durchgeführt. Zum Tag des Offenen Denkmals am 12. September 2003 kamen über 100 Besucher.
  • Im Dezember 2003 wurden in der oberen Etage provisorisch vier Fenster eingebaut
  • Erarbeitung von Informationsmaterial und Ausstellungsobjekten für das Heimatmuseum Maxen und für den Kalkofen.
  • Erarbeitung und Aufbau einer Gesteinssammlung aus der näheren Umgebung von Maxen unter Beachtung der geologischen Verhältnisse für das Heimatmuseum.
  • Erfassung und Sicherung der Unterlagen im Heimatarchiv und Aufbereitung für die Nutzung in digitaler Form.
  • Zusammenstellung der bildlichen historischen Darstellungen zum Kalkabbau und Kalkbrennen in Maxen (z.B. Gemälde von Ernst Ferdinand Oehme, Kalkbrüche bei Maxen 1838).
  • Tagesausflug gemeinsam mit den Ehepartnern nach Chemnitz in die Städtischen Kunstsammlungen (Oehme-Gemälde) und ins Kalkwerk Lengefeld.

Aus der Aufzählung wird deutlich, dass in der AG Kalkofen ein breit gefächertes Betätigungsfeld vorhanden ist. Besonders freuen würde sich die Gruppe über die Mitarbeit eines Modelltischlers/Modellbauers (Kalkofen-Modell). Der ausgebaute Kalkofen soll im Rahmen von Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Insbesondere wird hier auch an schulische Veranstaltungen über die Gemeindegrenzen hinaus gedacht. Aber auch Sonderveranstaltungen, ähnlich dem Herbst-Pleinair des Pirnaer Kunstvereins von 1993, sind realisierbar. Bei entsprechender Unterstützung ist eine Maxener Kalkofenfestwoche denkbar, bei der als Höhepunkt in einem kleinen Bauernkalkofen richtiger Kalk gebrannt wird (Brennzeit: eine Woche). Vorbilder dafür gibt es in Deutschland und Österreich.
 
Weitere Informationen bei:
Dieter Weirauch
Maxener Str.76, 01809 Müglitztal
Tel. 035206-21364
Letzte Aktualisierung: 16.4.2001
email: Kalk@Finckenfang.de