Kalkbrennen im Rumfordofen

Unter dem Druck der steigenden Kosten für das Brennmaterial experimentierte man am Ende des 18. Jahrhunderts in vielen Teilen Europas mit verschiedenen Öfen. Den entscheidenden Fortschritt brachten die Kalköfen nach Rumford.
Der Rumfordofen wurde von oben mit Kalkstein beschickt. Der Feuerungsraum war außerhalb der Kalkbrennraumes angeordnet. Unterhalb des Feuerraumes konnte die Asche entnommen Dadurch vermischte sich die Asche nicht mit dem gebrannten Kalk. Unterhalb des Brennraumes kühlte der gebrannte Kalk ab, bevor er unten entnommen wurde. Durch das realisierte Gegenstromprinzip mit Vorwärmzone im oberen Bereich des Schachtes war der energetische Wirkungsgrad sehr hoch. Zur Wärmeisolation des Brenn- und Vorwärmraumes wurden mit Holzkohlenasche gefüllte Holräume eingebaut.
Rumfords ursprünglicher Entwurf von 1797 führte die Kohle automatisch in den Feuerraum über eine Rutsche zu.
Die Rumford-Kalköfen lieferten hochwertigen Kalk, arbeiteten kontinuierlich, die Menge des Brennmaterial reduzierte sich und als Brennmaterial konnte neben Holz und Kohle auch der preiswerte Torf verwendet werden.
Kalkofen nach Rumford
Rumford: Essays Bd. 2, Weimar 1799

Auf den ersten Blick sehen die zwei Maxener Kalköfen anders aus. Der erste gebaute Kalkofen nach Rumford in Rüdersdorf 1804 wurde mit einer Überdachung für die Feuerstelle, die Ascheentnahme und Kalkentnahme ausgeführt. Erst Jahre später wurde eine zusätzliche äußere steinerne Hülle um den Ofen gebaut, die den Rumfordöfen das bekannte äußere Erscheinungsbild gab. Das hatte zur Folge, daß die Wärmeisolation verbessert wurde und für die Kalksteinbeschickung entstand eine größere Plattform.
Der Kalkstein mußte mittels einer Haspel auf die Beschickungsplattform befördert werden. Unter Ausnutzung des Geländes erleichterte häufig eine Brücken- oder Rampenkonstruktion die Beschickung. So konnten dann die Transportkarren direkt bis auf die Beschickungsplattform fahren.
In Rüdersdorf wurden für den zweiten Rumfordofen in die steinerne Brückenkonstruktion zur Kalkbeschickung mehrere Wohnungen eingebaut.
Neben dem Kalkofen an der Winterleithe ist die Zufahrtsrampe noch erkennbar. Auf der Nordseite ist die Beschickungsplattform entwas abgesenkt. Wahrscheinlich existierte hier ursprünglich eine Holzkonstruktion als letztes Stück der Zufahrtsrampe.
Wie die Beschickung des Kalkofens an der Naturbühne erfolgte, ist nicht bekannt. Die dortige Hanglage bot sich ebenfalls für die Nutzung einer Brücken- oder Rampenkonstruktion an.

Letzte Aktualisierung: 16.4.2001
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