| Kalkbrüche um Maxen | ||||||||||||||||
Die folgende Karte ist ein Auschnitt aus der topographischen
Karte 1:25.000 von 1913. Die Kalkbrüche sind blau und andere
Steinbrüche grün eingezeichnet. Zusätzlich sind Kalköfen
als rote Rechtecke mit entsprechender Füllung wie folgt eingetragen:
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| 1: Roter Bruch Herrschaftlicher Kalkbruch der schon vor 1700 im Betrieb war. Die Entwässerung des Bruches erfolgte über den "Tiefen Ergstollen". Ab 1970 bis 1994 wird der Bruch mit Industrieabfällen aus Freital verfüllt. |
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| 2: Marmorbruch Kalkbruch der schon vor 1700 im Betrieb war. Nach der Feststellung, daß dieser Kalkstein als Marmor genutzt werden kann, ziehen sich die Verkaufsverhandlungen zwischen dem Bauer Christoph Großmann und das Sächsische Königshaus bis 1720 hin. Bis ca. 1756 wird Marmor nur für das Königshaus aus diesem Bruch gewonnen. Später werden nur noch kleinere Stücke als Marmor verarbeitet. Ab 1790 wird der Kalkstein wieder intensiv zum Kalkbrennen verwendet. 1825 erwirbt F. Serre den Bruch. Heute befindet sich in diesem Bruch die Naturbühne Maxen mit über 500 Sitzplätzen. Der eigentliche Marmorbruch ist der Eingangsbereich der Naturbühne, der große Kessel wo heute die Bühne und die Zuschauerränge sind, entstand erst nach 1825. |
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| 3: Friedrich Burkhard Bruch An der Kreuzung Wittgensdorfer/Schmorsdorfer Straße wird 1762 erstmals der Abbau von Kalk durch die Rittergutsherrschaft v. Schönberg erwähnt. Gemeinsam mit dem Maximilianschacht wird er ab 1870 zum Spekulationsobjekt, dessen Bergbaurechte 1879 nach einer vergeblichen Versteigerung erlöschen. |
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| 4: Maximilianschacht An der Kreuzung Sürßener/Schmorsdorfer Straße wird 1762 erstmals der Abbau von Kalk durch die Rittergutsherrschaft v. Schönberg erwähnt. Ab 1845 ist hier der Maximilianschacht bezeichnet. Der benachbarte Bruch hat ab 1867 den Namen Friedrich Burkhard Bruch. Beide Brüche werden ab 1870 Spekulationsobjekte, dessen Bergbaurechte 1879 nach einer vergeblichen Versteigerung erlöschen. Der Braumeister Moritz Wiedemar übernahm im Dezember 1876 einen Teil des Terrains vom Maximilianschacht und richtet eine Brauerei ein. Das Schachtwasser ist für den Brauprozess nicht besonders geeignet, so daß um 1890 der Betrieb eingestellt wird. 1890/91 werden für die Schaffung eines größeren Plateaus beim Bau des Finckenfangs im Auftrag des Juweliers Zechendorf über 3000 Fuhren Haldenmaterial abgefahren, so daß heute vom Kalkbergbau an dieser Stelle nichts mehr zu sehen ist. |
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| 5, 6: Weg nach Lungkwitz Links vom Weg nach Lungkwitz befinden sich zwei kleine Brüche. Hauptsächlich wurde hier Kalkstein abgebaut, in den südlichen und nördlichen Randbereichen steht Tonschiefer an. Der obere Kalkbruch wurde bis 1994 als Hausmülldeponie für Maxen verwendet und ist heute vollständig verfüllt. Der Zustand dieser Deponie wird im Jahre 2005 vom Umweltamt Dresden untersucht. |
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| Der zweite Bruch ist nur ein Trichter mit einer Tiefe von ca. 10 m und einem Durchmesser von 40 m. Auf dessen Grund liegt ebenfalls viel Unrat. | ||||||||||||||||
| 7, 8: Göpelbruch Herrschaftlicher Kalkbruch zwischen dem Bruch an der Winterleithe und dem Rittergut beiderseits der Straße. Die nördlichen Randbereiche gehen über zu grünlich grauen Tonschiefers, die südlichen in basischen Tuff. Auf alten Karten befindet sich hier das sogenannte Fischhaus (Tielcke 1776, Schlacht bei Maxen). Bei der geologischen Landesaufnahme 1890/93 steht hier das Steigerhaus (Geologische Karte 1893) und im Begleitheft wird der Bruch als Steigerbruch bezeichnet. Durch die Nutzung des dortigen Wassers für die Trinkwasserversorgung von Maxen bürgert sich der Name Göpel ein und ist auch auf den heutigen Karten so zu finden. An diesem Bruch entstand 1838 des Gemälde Kalkwerk bei Maxen von E.F. Oehme. Dieser Bruch wurde über einen Stollen entwässert. Vor Kriegsende 1944/45 wurde versucht, die Stollensysteme nutzbar zu machen. Pioniereinheiten der Wehrmacht pumpten das Wasser heraus. Der Tagebruch westlich der Straße wurde zwischen 1994 und 1997 mit Bauschuttmassen verfüllt. Darunter befinden sich ungesicherte Untertagebereiche. Die südöstliche Spitze des Bruches wurde bis vor kurzem noch als Hausmülldeponie verwendet. |
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| 9: Kesselgrube Winterleithe Herrschaftlicher Bruch des Rittergutes Maxen zum Abbau von Kalk, der wahrscheinlich schon vor 1400 genutzt wurde. An den südlichen Randbereichen steht grünlich grauer Tonschiefer an, an den nördlichen basischer Tuff. Anfangs erfolgte der Abbau im Tagebau, wobei nicht immer planvoll vorgegangen wurde, da häufig der Abraum auf abbauwürdigen Kalk abgelagert wurde. Später erfolgte der Abbau des Kalkes im Untertagebau. Die Entwässerung erfolgt über einen heute nicht mehr zugänglichen Stollen. Der Kalkabbau wurde hier 1886 eingestellt. |
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| 10: Wohlfarth'scher Bruch Rechts von der Straße nach Mühlbach wurde Kalkstein von 1855 bis ca. 1880 zum Kalkbrennen im Untertagebetrieb abgebaut. Laut eingereichter Unterlagen von 1855 waren hier zwei Schneller mit Zeigelkuppel und aufgesetzten Kamin im Betrieb. Schon 1896 werden die Kalköfen abgetragen. 1895 läßt der Besitzer des Finckenfangs eine Beleuchtungsanlage einbauen und zeigt seinen Gästen den unterirdischen Kalkbruch, der aus drei übereinander liegenden Höhlen von ca. je 100 m Länge und Höhen von 12 m bis 15 m besteht. Im Mai 1945 versteckten sich hier Maxener Frauen und Mädchen aus Angst vor den Russen. Heute wird der Bruch als Bruch bei Buckan bezeichnet und dient Fledermäusen als Schlafquartier. Die heute noch sichtbaren Reste des Kalkofens stimmen gut mit den eingereichten Unterlagen von 1855 überein. |
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| 11: Mühlbacher Kalkbruch Auf der linken Seite der Mühlbacher Straße in Mühlbach oberhalb der Grundstücke von Liebeheim und Pauland befindet sich ein Kalkbruch. Hier wurde vorwiegend untertage abgebaut. |
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| Hinterer Steinhügel am Winzerweg Hier befinden sich zwei Brüche, im westlichen steht ein Gneis an, im östlichen ein sogenannter Metabasalt. Im und neben dem östlichen Bruch liegen heute viele Lesesteine von den umliegenden Feldern. |
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| Feldweg nach Hausdorf Südlich des Finckenfangs am Feldweg nach Hausdorf ist ein kleiner Bruch. Abgebaut wurde hier ein Gneis. Große Teile sind heute mit Lesesteinen von den umliegenden Feldern verfüllt. Nur wenige Meter nördlich davon verläuft die Mittelsächsische Störung. |
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| Auf alten Karten wurden im 18. und 19. Jahrhundert die
Kalkbrüche häufig als Marmorbrüche bezeichnet. Bei der
geologischen Landesaufnahme um 1890 waren die Kalkbrüche in Maxen
aufgelassen. Eine spätere Nutzung war nicht abzusehen, so daß der
Untertagebereich nicht erfaßt wurde. Unter dem Gesichtspunkt eines Neubeginns des Kalkabbaus erfolgten 1951/52 um Maxen umfangreiche geologische Bohrungen. Durch die Arbeiten der Bergsicherung Freiberg wurden 1971/72 die Stollensysteme, soweit noch zugänglich, grob erfaßt und anschließend verwahrt. |
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| Letzte Aktualisierung: 06.02.2005 email: Webmaster@Finckenfang.de |
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